Digital Signage in unserer Schule – And so it begins…

Edit (02.05.16): Mittlerweile hängt am Lehrerzimmer ein Infopanel. Demnächst gebe ich eine Schulung zwecks Administration.

Was ist Digital Signage?

Unter Digital Signage versteht man die Nutzung von Flachbildschirmen als Medieninhalte, z.B. als Nachrichtenträger oder auch als Werbung. Man kennt diese Geräte zum Beispiel von Flughäfen oder Hotels

Digital Signage, San Juan Airport

Digital Signage, San Juan Airport steht unter der CC BY-NC-ND 2.0-Lizenz

Zweck

Da die Informationsweitergabe an die Schüler, aber auch an die Eltern z.B. beim Tag der offenen Tür, auf den aktuellen Stand der Technik gehoben werden soll, schlug ich unserem Abteilungsleiter vor, das Infopanel zu aktualisieren.
Mit einer Digital-Signage-Lösung lassen sich wichtige Informationen leichter übermitteln. Beispielsweise kann man den Vertretungsplan (s.u.), aktuelle Termine und Nachrichten rund um die Schule anzeigen. Dies läuft allerdings noch passiv, d.h. ohne Benutzerinteraktion.

Welche Software / Hardware wird gebraucht?

Es gibt sehr viele DS-Anbieter auf dem Markt. Viele bieten gute, aber auch teure Lösungen an. Meist bekommt man Hardware, Software und Service aus einer Hand.
Sehr bequem, aber hoffnungslos überteuert und zu unflexibel für den Schuleinsatz. Aus diesem Grund habe ich mich für die Open-Source-Lösung Xibo entschieden.

Xibo bietet eine unheimliche Flexibilität ähnlich wie Linux, d.h. aber auch, dass man im Vorfeld alles genau konfigurieren muss.
Unter Anderem bietet es:

  • Benutzeraccounts und -gruppen mit unterschiedlichen Rechten (s.u.)
  • Terminplanung für besondere Ereignisse, z.B. Elternsprechtag mit Rauminformationen, …
  • Verschiedene Layouts für verschiedene Events oder Displays, z.B. ein Display auf dem hauptsächlich der Vertretungsplan angezeigt wird, ein anderes für Infos für Besucher, …
  • Eine Vielzahl von Extramodulen, z.B. RSS-News, Youtube-Videos, …

Was wird für Xibo benötigt?

Zunächst einmal muss ein Xibo-CMS installiert werden. Dafür wird lediglich ein Webserver benötigt (z.B. Apache2), PHP-Module und Mysql, d.h. es läuft auf nahezu allen gängigen Betriebssystemen.
Ich habe mich in Sachen Hardware für eine Asrock Beebox mit 8GB Ram und 128GB SSD von Samsung entschieden. Darauf läuft Ubuntu 16.04 LTS, da es hierfür mind. 5 Jahre Updates gibt und es sich weiterhin leicht updaten lässt. Sicherheitsupdates werden weiterhin automatisch installiert.

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Xibo-Server wird installiert (@home)

Weiterhin benötigt man für jedes Display / TV einen Client, der dann die Inhalte vom Server holt und diese auf dem Display anzeigt. Dieser läuft aktuell leider nur auf Windows- bzw. Android-Basis stabil. Die Entwicklung des Ubuntu-Clients hat man zunächst bis zur Version 1.8 zurückgestellt. Mit der kommenden Version soll dann auch erstmalig eine Interaktion mittels Touch möglich sein.
Auch hier wird eine Asrock Beebox eingesetzt, da diese sehr stromsparend ist, gute Leistungen bietet und vor allem auf drei Displayausgänge hat (2x HDMI und 1x Displayport), d.h. im Extremfall kann man mit einem Gerät drei Displays gleichzeitig bedienen. Allerdings ist dann eine Videowiedergabe aufgrund der begrenzten Grafikkarten-Performance mit Qualen verbunden.

Alternative Xibo-Hoster

Wem dieser Aufwand zu groß ist, der kann auch auf eine Vielzahl von Xibo-CMS-Hostern zurückgreifen, die die gleiche Funktionalität für schmales Geld bieten. Beispielsweise wäre xibo-de.com zu nennen, die für einen kleinen einstelligen Betrag pro Monat ein Xibo-CMS betreiben lassen.

Aktueller Stand

Momentan ist der Server installiert und konfiguriert. Er wurde in den Osterferien im Verwaltungsnetz installiert, sodass das Sekretariat und die Schulleitung neue Infos und Termine publizieren kann. Weiterhin installierte ich den Client und hänge ihn ebenfalls ins Netz. Der oben abgebildete Monitor wird dann das erste Anzeigeelement sein, welches am Lehrerzimmer installiert wurde.

Später dann werden dann zwei 50 Zoll TVs angeschafft, die dann ebenfalls zur Informationsweitergabe verwendet werden.

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Linux Einstieg in der Berufsschule mittels VPS?

VPS? Was ist das?

Auf real existierender Hardware werden mehrere virtuelle Server emuliert, sodass auf einem Gerät eine Vielzahl kleiner Servern laufen kann. Aufgrund der extrem geringen Systemanforderungen von Linux kann so eine hohe zweistellige Zahl an virtuellen privaten Servern (kurz VPS) auf nur einem physischen Gerät betrieben werden.

Das Ganze ist nicht nur sehr angenehm für Admins, sondern diese Virtualisierung lohnt sich vor allen Dingen für preisbewusste Kunden. Es ist ohne Weiteres möglich einen VPS für unter 5€ im Monat zu bekommen. Zu bestimmten Terminen wie Black Friday oder Weihnachten stellen Hosting-Anbieter noch günstigere VPS-Angebote ins Netz.

Einer meiner VPS bietet mir 1 CPU Core, 512MB RAM, 80GB HDD, 1TB Bandbreite und 1 IPV4 + 10 IPV6 Adressen. Das Ganze kostet mich 30€ im JAHR!
Wozu das Ganze? Um ein paar Stichworte zu nennen: eigene VPN-Umgebung, Compile-Server, eigene Cloud-Umgebung, usw.

Virtuelle Server? Was hat das mit Schule zu tun?

Nicht nur privat kann man VPS nutzen. In der Ausbildung von Fachinformatikern bietet sich der Blick über den Tellerrand (Richtung Linux) an.

Ein weiterer Pluspunkt: VPS stehen mit beiden Beinen im Internet und müssen nicht erst per NAT o.ä. künstlich ins Internet gehoben werden, wie es mit einer Windows-Instanz aus dem Schulnetz der Fall wäre.
Weiterhin ist das mühsame Installieren Vergangenheit, da die Installationen sich leicht über die Hoster-Weboberfläche auf den Ursprungszustand zurücksetzen lassen (siehe Screenshot). Das bedeutet, dass die Azubis nichts kaputt machen können. Viele Anbieter bieten meist mehrere Linux-Distributionen an, sodass man alle kennenlernen kann und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede praktisch feststellen kann.

Distributionen
Distributionsauswahl

Verortung im Rahmenlehrplan

Im Rahmenlehrplan der Fachinformatiker habe ich mehrere Lernfelder ausmachen können, die zum Einsatz von VPS einladen:

Lernfeld 7: Vernetzte IT-Systeme z.B. Planung, Aufbau und Konfiguration von Netzwerkbetriebssystemen; Inbetriebnahme und Übergabe (Benutzer- und Ressourcenverwaltung)

Lernfeld 10: Betreuen von IT-Systemen z.B. Warten und Instandhalten – Hard- und Softwarekomponenten

Kostenübernahme

Im Gegensatz zu einer einmaligen Investition wie dem Kauf von mehreren Raspberry Pis, stelle ich mir die Kostenübernahme durch Schulträger schwieriger vor. Allerdings sind die Kosten für einen VPS sehr gering, sodass jeder Azubi zumindest einen VPS für 1-2 Monate mieten können dürfte. Eine Unterstützung durch den Arbeitgeber kann ich mir in vielen Fällen auch vorstellen.

Auswahl des VPS-Anbieters

Natürlich unterscheiden sich die Anbieter nicht nur im Preis, sondern auch in Ruf und Leistung. Oftmals gibt es Anbieter, die extrem günstige Preise aufrufen, da sie erst kurz auf dem Markt sind oder auch zu viele Instanzen auf einem Host (sprich „overselling“) laufen lassen. Auf lowendtalk.com kann man Angebote für VPS einholen und sich gleichzeitig über die Erfahrungen mit den Anbietern austauschen.
Weitere gute Anlaufpunkte sind lowendbox.com und lowendstock.com.